Ritualgestaltung
4 große Übergänge prägen unsere Leben: Geburt, Pubertät/Erwachsenwerden, Wechseljahre (ja, auch bei Männern!) und Tod. Jenseits davon gibt es auch "kleinere" Übergänge - Trennungen, Umzüge, Abschiede, Neuanfänge, ...
Wir können diese Übergänge - für uns oder andere - bewusst gestalten, indem wir die Bewegung des Einzelnen in die große Bewegung des Lebens einbetten. In Ritualen schaffe ich mit dir oder deiner Organisation einen Moment außerhalb des Alltags, in dem du innehalten kannst und dich auf das ausrichtest, was wesentlich ist.
Ich gestalte die Rituale mit dem Lebenskompass: keins ist je gleich, folgt aber einer kohärenten Struktur, die dem Lauf der Jahreszeiten entspricht. Meine Ritualarbeit ist herrschaftskritisch, forschend, findet immer draußen statt und stiftet heilsame Bilder, die dich dein Leben lang begleiten können.
Erzähl mir gern, um was es bei dir oder in deiner Organisation geht und ich berate dich, wie wir für dich und die Menschen, die dabei sein sollen, ein stimmiges Ritual entwickeln können.
Rituale sind transformativ
Rituale, so wie ich sie verstehe, sind immer transformativ, weil sie der Bewegung des Lebensrads, vom Herbst über den Winter in den Frühling folgen. Anders als in vielen religiösen Kontexten dienen sie nicht dazu, Macht zu demonstrieren. Jede*r hat potentiell einen Zugang zu dem heiligen Raum, der sich überall auftun kann.
Rituale sind "zweckfrei"
Rituale haben einen klaren Anfang und ein klares Ende und bilden ein Gefäß, in dem sich alle die daran teilnehmen, auf einen größeren Seinszusammenhang ausrichten können. Sie sind gut vorbereitet und für bestimmte Übergänge gedacht, aber was sich genau ereignet ist immer offen und ohne Zweck. Sie sind nie "nur für dich" und sie haben kein "um zu".
Rituale finden in Gemeinschaft statt
Rituale finden immer in Gemeinschaft statt, können aber von der Lebensbewegung einer einzelnen Person ausgehen, z.B. wenn ein Mensch von einer Lebensphase in die nächste wandelt. In einem Weltbild, was davon ausgeht, das wir nicht voneinander getrennt sind, bewirkt die Wandlung einer Person auch eine Wandlung bei allen anderen, die teilnehmen.
Die wesentlichsten Übergänge im Leben
Geburt
Wenn ein kleiner Mensch erwartet wird, dann ist das oft mit viel Freude, aber auch manchmal Unsicherheiten hinsichtlich der Geburt oder dem Hineinwachsen in das Eltern-Werden verbunden.
In unserer Kultur gibt es kaum Rituale, die Menschen in das Eltern-Werden hineinbegleiten. Dabei halte ich es für wesentlich, das Menschen, um ein
neues Menschenwesens beim
Ankommen zu begleiten, selbst begleitet sind! Und zwar nicht nur auf körperlich-emotionaler Ebene, wie es zum Glück Hebammen tun, sondern auch auf seelischer.
Ich gestalte Geburtsrituale die dich stärken, an die zyklische Kraft des Lebens anbinden und dir erfahrungsbasierte Bilder schenken. Das Ritual hat durch diese Bilder das Potential, dich in der tatsächlichen Geburt deines Kindes an Vertrauen und deine Kraft anzubinden.
Einige Wochen bevor die Geburt deines Kindes ansteht, gestalte ich Rituale für dich und deine*n Partner*in, um dich auf diese umfassende Erfahrung einzulassen und Vertrauen und seelische Bestärkung für das Willkommenheißen der kleinen Menschenwesen zu gewinnen.
Manchmal braucht es aber auch nach einer Geburt rituelle Räume, um das Erlebte zu integrieren. Für beides kannst du mich anfragen. Weiter unten findest du beispielhaft einen Ablauf eines Geburtsrituals.
Pubertät
Der Übergang im Leben zwischen Kind und Erwachsensein. Existentielle Themen bestimmen diese Zeit, die sich für viele in unserer Kultur endlos (bis in die Zwanziger) zieht: Was will das Leben durch dich? Was ist dein eigener Platz in der Welt und der menschlichen Gemeinschaft?
Kulturen aller Welt haben junge Menschen in dieser Zeit initiiert, ihr Leben eingewoben in den Dienst der Lebendigkeit zu stellen. Bei uns ist dieses Wissen verloren gegangen, liegt jenseits von Konfirmation und Jugendweihe.
Auf Anfrage begleite ich mit Kolleg*innen in einem 3tägigen Format Jugendliche ein Stück weit durch den Dschungel dieser Lebensphase, in dem die jungen Menschen mit existentiellen Herausforderungen konfrontiert sind.
Der Kern dieses Angebots ist, neben einer Vor- und Nachbereitungsphase, ein Tag und eine Nacht allein draußen . So wie sich die Raupe für ihre Transformationsprozess in einen Kokon einspinnt, sich darin komplett auflöst, um dann als Schmetterling „neu geboren“ zu werden.
Auch für die Eltern oder die von den Teilnehmenden gewählte Begleitperson ist dieses Ritual ein besonderer Moment, weil sie an diesem Punkt erkennen und würdigen können, dass ihre Kinder auf dem Weg sind, in ihr eigenes Leben zu gehen.
Wechseljahre
Älterwerden.
In einer Kultur, die die ewige Jugend beschwört und den Tod tabuisiert, ist dieser Übergang einer der schwierigsten.
Und wann ist er eigentlich? Wenn die Rente beginnt? Wenn die Frauen in den Wechseljahren sind? Mit 80, weil wir heute 100 werden können?
In einer auf Wachstum und Materialismus ausgerichteten Gesellschaft ist es sehr schwierig, den älteren Menschen eine Position zu geben. Die, die ihnen unsere Gesellschaft zuweist, ist oft die der Konsumierenden: Fernreisen, Anti-Aging-Produkte etc.
Aber was ist jenseits davon möglich? Was ist z.B. der Platz von älteren Menschen in indigenen Gesellschaften? Und was ist ihr Beitrag zu einer lebensdienlichen Gesellschaft?
Lass uns in einem Ritual das Älterwerden erkunden und feiern. Lass uns die Ältesten dabei unterstützen, ihren guten Platz zu finden.
Tod
Das Thema Lebendigkeit ist nicht ohne den Tod zu denken: in den Tiefen ist das Paradoxe zuhause. Meinen Vater beim Sterben zu begleiten, die schwere Erkrankung und der Suizid einer engen Freundin sind zentrale Erfahrungen, die mich in den vergangenen Jahren geprägt haben. Den Tod im Blick zu haben – dabei verblasst alles Unwesentliche.
In unserer Gesellschaft ist das Sterben und der Tod tabuisiert. Umso wesentlicher, tröstliche Bilder zu haben von dem, was danach kommt. In einem zyklischen Weltbild ist der Tod nicht die Endstation. Wir finden in unserer Sprache noch Reste dieses Denkens: Enkel kommt aus dem althochdeutschen und bedeutet "kleiner Ahne".
Wenn du dich in einem Ritual mit dem Tod auseinandersetzen willst, vielleicht unheilbar erkrankt bist, vielleicht jemanden begleitest im Sterben und selbst Unterstützung in deinem Prozess brauchst, dann schreib mir. Wir erkunden zusammen, wie ein Ritual aussehen könnte, dass dir in der Auseinandersetzung mit dem Tod weiterhelfen kann.